Die Winterkönigin

29. Sarenith – Sterntag & 30. Sarenith – Sonntag (Enya)

Wir sind gestern Morgen mit so viel Proviant wie es ging durch das Portal getreten und fanden uns wie vermutet in Irrisen wieder. Und es war kalt. Bitterkalt. Und als wäre das noch nicht genug, zog auch noch ein Schneesturm auf. Wir folgten Lydia auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf über eine Schneeverwehung, da sahen wir eine Gruppe Einheimischer mit einem Rieseninsekt kämpfen. Leider starben zwei bevor wir dem Insekt den Garaus machen konnten. Die geretteten stellten sich als Nadya Petska, eine Händlerin aus dem nahem Dorf Waldsby, und ihre beiden verbliebenden Leibwächter Birgar Dreska und Stärk Radjevic vor. Sie führten uns zu einem Felsvorsprung, wo wir es uns bequem machten, um den Sturm abzuwarten.
Während wir uns am Lagerfeuer wärmten und den fertigen Eintopf verteilten, betrat eine Art Frostdryade das Lager. Nadya und ihre Begleitungen wirkten sofort stark angespannt, sagten aber nichts. Da Bleviar uns geraten hat in Irrisen dringend immer und überall höflich zu bleiben, lud ich sie in unser Lager ein und reichte ihr etwas zu essen. Sie stellte sich als Mierul Ardelain vor, eine durch Irrisen wandernde Bardin. Sie setze sich etwas abseits und unterhielt Bleviar und Ulok mit Gesang und Geschichten. Bis Nadya plötzlich eilig rüber lief und das vierer Grüppchen irgendwas besprach, woraufhin sich Nirul für die Einladung bedankte und wieder im Wald verschwand. Nach diesem Besuch war keinem von uns mehr nach Reden zumute und wir gingen zeitig schlafen. Der Sturm würde eh noch andauern und dann könnten wir am nächsten Tag wenigstens früh aufbrechen.
Heute Morgen haben wir daher früh unser Lager abgerissen und Nadyas Einladung angenommen, erstmal zu ihr nach Hause zu kommen. Unterwegs erspähte plötzlich Nadya einen rasch näherkommenden Schwarm Krähen am Horizont, der nichts Gutes bedeuten sollte. Eilig wurde eine Plane über die Hundeschlitten gespannt, wo drunter wir uns versteckten. Entsetzt stellt ich fest, dass ein Teil meiner Haare noch unter der Plane hervorlugte. Ich wollte sie gerade mit unter die Plane ziehen, aber es war schon zu spät. Die Krähen stürzten auf uns herab, zerpickten die Plane mit ihren scharfen Schnäbeln und versuchten uns die Augen auszukratzen. Es gab ein Durcheinander aus Federn, Pfeilen und Feuer, aber am Ende blieb kein Vogel mehr übrig. Nur Lydia und Samu hatte es ernsthafter erwischt. Ihre Augen waren so zerkratzt und zugeschwollen, dass sie nichts mehr sehen konnten. Nadya und ich untersuchten die Beiden kurz und kamen überein, dass die Schwellung noch zwei bis drei Tage bleiben, aber ihr Augenlicht wahrscheinlich zurückkehren wird.
Nachdem wir den Augen Erste Hilfe haben zukommen lassen, zogen wir schnell weiter Richtung Dorf, um uns in Ruhe (und im Warmen) ordentlich um die Verletzungen kümmern zu können. Wir erreichten Waldsby unter den Blicken einiger misstrauischer Blicke, aber man ließ uns soweit in Ruhe.
Die Wunden von Lydia und Samu sind jetzt gut versorgt. Morgen werden wir denke ich mehr zu der Schwere der Verletzung sagen können. Und vielleicht finden wir auch ein wenig Ruhe um Waldsby näher kennenzulernen.

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Echidnah

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