Die Winterkönigin

21. Sarenith 4713 - Feuertag
Prolog - Ein Tag in Heldren

Eine sanfte Sommerbrise wehte durch ihr zu einem Dutt verknotetes, blondes Haar. Schnellen Schrittes überquerte sie den gepflasterten Dorfplatz und hielt auf die Schmiede zu. Isker würde wissen, wie die derzeitige Situation einzuschätzen ist. Niemand sonst im Dorf verfügt über seine Erfahrung, die man nur durch jahrelangen Dienst an der qadirischen Grenze erhalten kann.

Nicht nur die Berichte von aus dem Grenzwald zurückkehrenden Jägern über unnatürlich kaltes Wetter, welches vor ein paar Tagen dort hereingebrochen ist – und das mitten im Hochsommer! – machten ihr Sorgen. Der Kälte folgten starke Schneefälle und wer aus dem Wald zurückkam, berichtete von seltsamen Vorgängen und neuen, gefährlichen Raubtieren. Mütterchen Theodora behauptete, dass finstere Zeiten bevorstünden. Wie zum Beweis dieser Schreckensprophezeiung traf vor einer Stunde ein übel verwundeter Soldat im Ort ein, der behauptet, als Leibwächter für die Edle Argentea Mallasene gearbeitet zu haben als diese nahe dem Waldrand von Räubern und fremdartigen Winterkreaturen angegriffen worden seien.

Sie musste sich hiervon selbst ein Bild machen und würde nach dem Besuch von Isker weiter zur Weidenapotheke gehen, in der sich der Verwundete abgeschirmt vor der übrigen Dorfbevölkerung erholte.

Morgen war Sterntag, Zeit für die wöchentliche Ratsversammlung; dort würde sie ihre Befürchtungen zur Sprache bringen und gemeinsam mit den anderen Ratsmitgliedern an einer Lösung arbeiten.

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21. Sarenith - Feuertag (Enya)
Fremde in der Stadt und Winter im Grenzwald

Der Jäger Dreidenkäp erholt sich gut von seinen Wunden. Und im Gegensatz zu den anderen im Dorf, halte ich ihn nicht für verrückt, nur weil er behauptet einen riesigen weißen Marder im Grenzwald gejagt zu haben. Dafür sehen seine Wunden einfach zu sehr genau nach dem aus: einem riesigen Marderbiss. Und dass dort irgendetwas seltsames vor sich geht im Grenzwald, davon konnte ich mich später sogar selbst von Überzeugen.

Ich hatte zudem Gerüchte vernommen, dass Fremde in der Stadt seien und habe sie auch prompt bei Kelly in der Taverne gefunden. Der eine war ein Halb-Ork mit einem niedlichem Eidechsenhund an seiner Seite, der jedoch nicht für Hirschkeule und Streicheleien zu begeistern wahr. Also der Eidechsenhund, nicht der Halb-Ork. Der andere war ein Bibliothekar namens Bleviar, den ich noch nicht so recht einzuschätzen weiß. Ebenfalls mit am Tisch war mal wieder Lydia, die wohl in der Gegend war und auf einen Happen zu Essen vorbeigekommen ist.

Bleviar hat bei mir aber schon mal einen Pluspunkt gesammelt: So ist er bereit sich um den wohl etwas stumpfsinnigen Halb-Ork und seinem Purzel – so heißt der Eidechsenhund – zu kümmern, den Safander bei sich vor dem Tempel in der Regenrinne gefunden hat. Als er daher Interesse an dem Wintereinbruch am Grenzwald zeigte und zum Hof vom altem Dampski wollte, war ich gerne bereit ihm den Weg zu zeigen (okay, und weil ich eh mir dieses seltsame Wettereignis mit eigenen Augen ansehen wollte). Da Kelly ihm Geleitschutz geben wollte, erhielt ich zudem eine willkommene Gelegenheit mich bei ihr nach Neuigkeiten zu erkunden. Und ich könnte natürlich Dampski selber nach den Vorkommnissen auf dem Hof befragen und müsste mich nicht mehr auf Gerüchte verlassen.

Nachdem ich eben noch Mütterchen Theodora Bescheid gegeben habe, dass ich dem Hof einen Besuch abstatten will, sind wir auch schon los. Dort angekommen ärgerte ich mich, dass ich nichts zum Überwerfen mitgenommen habe, denn es war merklich kälter im Dorf. Mit Dampski konnte ich jedoch nicht sprechen, da laut seinen Kindern, Filessa und Broka, er gerade im Dorf war. Dafür konnte mir Broka eine interessante Geschichte über einen sprechenden weißen Hirsch erzählen, den er vor ein paar Tagen, am Mondtag, getroffen hat. Er hat sich nichts dabei gedacht, als er dem Hirsch bereitwillig alle Fragen beantwortet hat. Für mich hörte es sich aber so an, als ob der Hirsch ihn gezielt ausgefragt hat. Denn nur einen Tag später wurde, was von der erfrorenen Ernte noch über war, gestohlen. Kelly hat sogar im Schnee Fußspuren vom Feld in den Grenzwald gefunden, denen wir erstmal folgten.

Weit kamen wir jedoch nicht. Der Schnee war irgendwann so tief, dass wir nicht mehr vernünftig vorankamen und dann hat uns auch noch ein Tatzelwurm, so hat Bleviar das Ding genannt, aufgelauert! Mit vereinten Kräften (bis auf Bleviar, der steckte im Maul des Tatzelwurms) konnten wir ihn aber besiegen. Da es beständig am Schneien war, sind wir schnell den Spuren weiter gefolgt und kamen auch zu dem Fluss, an dem Broka, den weißen Hirsch nachlaufend, eingebrochen war. Danach verlor sich die Spur und wir mussten umkehren. Nicht zuletzt, weil wir uns gerade den Hintern am Abfrieren waren, weil keiner von uns winterfeste Kleidung mitgenommen hatte. Wer konnte auch schon vermuten, dass es im Hochsommer SO kalt wird?

Zurück im Dorf haben wir Safander Bericht erstattet, der uns zugleich auch bat am nächsten Tag zur vierten Stunde zum Rathaus zu kommen. Um was es genau ging, hat er aber nicht verraten. Bevor ich nach Hause bin, habe ich mir aber noch diesen seltsamen Tatzelwurm näher angesehen. Wir hatten bei der Begegnung wohl Glück gehabt, da der Wurm im Körper einen prallen Sack mit Gift mit Öffnung in den Rachenraum hinein besaß. Er hätte uns also vermutlich eine üble, giftige Wolke ins Gesicht blasen können. Besser ich besorge mir Gegengift für den Fall, dass mir so ein Ding nochmal über den Weg läuft.

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22. Sarenith – Sterntag (Enya)
Dampski und Adelige vermisst

Der Jäger hatte sich soweit von seiner Jagd auf den weißen Riesenmarder erholt, dass seine Frau nun sich alleine weiter um ihn kümmern konnte. Ich nutzte daher die Zeit bis zu meinem Termin am Nachmittag, um einem unguten Gefühl von mir nachzugehen. Ich erkundigte mich im Dorf, ob der alte Dampski wirklich gestern im Dorf war, wie seine Kinder behauptet hatten. Speziell der Kommentar der Kinder von wegen er wolle seine Ernte zurückholen, lässt mich schreckliches ahnen. Und tatsächlich, es hatte seit Tagen niemand im Dorf den alten Dampski mehr gesehen gehabt. Als ich es Safander erzählen wollte, hatte die Ratsversammlung jedoch schon angefangen gehabt.

Nach der Ratsversammlung stand aber erstmal dringenderes an, denn ich erfuhr endlich, was die Ratsmitglieder gestern so abwesend erscheinen ließ. Mitten auf der Straße durch den Grenzwald, 9km südlich von Heldren, wurde die Karawane von der Adeligen Argentea Malassene aus Oppara von Räubern und Wintermonstern überfallen. Nur ihr alter Leibwächter, Yuln Oerstag, konnte schwer verletzt fliehen. Da die beiden Fremden, Kelly und ich uns gestern so gut geschlagen hatten mit dem Tatzelwurm, bat der Rat daher uns die Adelige zu suchen.

Ich informierte Safander noch über das Verschwinden vom alten Dampski, und er stimmte mit mir überein, dass die Kinder nicht alleine auf dem Hof bleiben konnten. Insbesondere, da sich der Winterbereich Auszudehnen scheint. Während ich also die Kinder vom Hof holte, sprachen die anderen nochmal selber mit dem Leibwächter, um eventuell weitere Informationen zu bekommen. So konnten sie in Erfahrung bringen, dass diese Wintermonster empfindlich gegenüber kaltem Eisen und Feuer seien. Wie gut, dass ich erst letztens noch eine Palette voll Alchemistenfeuer zusammen mit Tessareda hergestellt hatte. Aber leider werden meine Ersparnisse wohl nur für ein oder zwei Stück reichen. Besser ich nehme morgen noch ein paar Fackeln mit.

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23. Sarenith – Sonntag (Enya)
Zombies, Feen und ein sprechender Schneemann

Während ich hier liege und unter der Betreuung von Mütterchen Theodora so langsam wieder auftaue, erzähle ich mal warum ich eigentlich fast zum Eisblock erfroren wäre.

Ich war den Tag recht optimistisch angegangen, da mein Vermögen sogar für zwei Alchemistenfeuer reichte. Sollen diese Tatzelwürmer brennen! Und auch der Rat hatte uns kräftig unterstützt, indem er für jeden von uns Winterkleidung aufgetrieben hatte (die jedoch trotzdem nicht verhindert hat, dass ich mir den Hintern abfror). Wir holten noch den Kurzspeer und die Bolzen mit Spitzen aus kaltem Eisen ab, die Bleviar bei Isker in Auftrag gegeben hat, dann marschierten wir auch schon los.

Nach drei Stunden Marsch Richtung Süden gelangten wir zu der Stelle des Überfalls. Die Karawane schien aus zwei Kutschen bestanden zu haben, wobei nur die zweite völlig zerschmettert war. Daher schaute ich mir die erste genauer an und nahm tatsächlich stöhnende Geräusche aus dem Inneren der Kutsche war! Ich zerschmetterte das Fensterglas, um mir einen besseren Überblick über den Zustand des Überlebenden verschaffen zu können. Allerdings war das, was dann da aus dem Fenster kroch, schlimmer als wenn es trotzdem nur eine weitere Leiche gewesen wären: ein Zombie!

Wie sich herausstellte, waren es sogar zwei Zombies, die in der Kutsche versteckt waren. Aber zum Glück scheinen Zombies in der Wirklichkeit deutlich weniger gefährlich zu sein, als wie sie in den Gruselgeschichten immer dargestellt werden. Zumindest reichten ein paar kräftige Bisse unserer tierischen Begleiter und so Säurespritzer von Bleviar aus, um ihnen den Garaus zu machen. (Bleviar scheint also tatsächlich mehr zu sein, als nur ein Buchkurier. Vielleicht passt die Größe seines Egos doch zu seinen magischen Künsten. Andererseits, sein Ego ist schon verdammt groß.) Weitere Überraschungen hielt der Ort nicht mehr für uns bereit. Wir fanden nur noch die Schmuckschatulle der Adeligen, die Bleviar an sich nahm, um sie der Adeligen wiedergeben zu können. Eins ist jedoch seltsam: Die Schatulle war nur halbherzig versteckt, hätte also von den Räubern gefunden werden müssen. War es vielleicht gar kein Raubüberfall, sondern eine gezielte Entführung der Adeligen? Und zu welchem Zweck?

Vom Kampfgeschehen führten Fußspuren von ungefähr zehn Humanoiden und zwei Pferden zielstrebig westlich in den Wald hinein, denen wir auch zugleich tapfer folgten. Wobei mir die daraus folgende Anzahl Feinde Sorgen machte. Hoffentlich gehörte mehr als nur die Fußspur der Adeligen zu den Überlebenden der Karawane. Je tiefer wir in den Wald vordrangen, desto kälter und verschneiter wurde es. Auf einer kleinen Lichtung fanden wir eine halb im Schnee eingesunkene Kiste. Trotz meiner Warnung, diese offensichtliche Falle in Ruhe zu lassen, haben sich alle bis auf Bleviar draufgestürzt. Es kam wie es kommen musste: Die Falle löste aus und ein riesiger Baumstumpf riss Lydia, Samu und Purzel von den Füßen. Nachdem ich mich Lydias und Samus Verletzungen angenommen habe (Purzel scheint gehörige Selbstheilungskräfte zu besitzen), förderte die Untersuchung der Kiste – oder vielmehr die versteckte Grube unter der Kiste – die Ausrüstung der Karawanenwache zutage. Um bessere Chancen gegen den uns bevorstehenden Kampf zu haben, lieh sich Ulok kurzerhand Dolch und Rüstung und wir marschierten weiter.

Wir gelangten in einen Bereich des Waldes, der „geschmückt“ war mit den Leichen endloser Raben, an die zudem immer ein Stück Leder befestigt war. Während wir uns auf der Lichtung verteilten und die Raben näher untersuchten, wurden wir von drei winterberührten Feen überrascht. Sie waren meisterlich im Angreifen und sogleich wieder Verstecken. Eine machte irgendwann den Fehler in den Radius meiner greifenden Haare zu fliegen, das heißt ich konnte diese kurz festhalten. Nachdem ich beim Nachgreifen abrutschte, konnte Bleviar sie trotzdem noch schnell Ausschalten. Wie der Kampf dann noch verlief, bekam ich nicht mehr mit, da mich die dritte Fee mit schillernden Lichtern außer Gefecht setzte.

Als ich wieder bei Bewusstsein war, waren die Feen tot und wir noch am Leben. Wenigstens etwas. Jedoch begann mir langsam wirklich kalt zu werden. Ich musste mich dringend Aufwärmen und schlug die Rückkehr vor. Bleviar wollte lieber weitersuchen (Ulok marschierte bereits einfach weiter), worauf eine hitzige Diskussion über das sinnvollste Vorgehen entbrannte. Wir einigten uns noch eine weitere Stunde den Spuren zu folgen. Diese zusätzliche Stunde sollte sich aber schon als Zuviel für mich herausstellen.
Wir erreichten den zugefrorenen Wünschelbach. Dieser wurde von zwei kleinen Eiselementaren bewacht, die uns erfolgreich mit einem sprechenden Schneemann ablenkten, um einen Überraschungsangriff starten zu können. Viel genützt hat es ihnen jedoch nicht. Ein Biss, ein Axtschwung, und beide waren nur noch ein Haufen Eiswürfel. Bleviar hielt sein Versprechen und wir machten kehrt.

Auf dem Rückweg kreuzte ein sprechender, weißer Elch unseren Weg. Ich warnte Bleviar, dass das vermutlich der weiße „Hirsch“ war, der den kleinen Jungen nach seinem Hof ausfragte, bevor dieser überfallen wurde. Und in der Tat erkundigte sich der Elch ganz beiläufig woher wir kämen, wie weit es denn bis dahin sei, wie viele wir dort seien… weiter kam er nicht, da Bleviar den Elch kurzerhand schlafen schickte und wir geschwind weiter eilten.

An alles danach erinnere ich mich jedoch nicht, womit ich wohl dann vor Kälte ohnmächtig geworden sein muss. Ich erwachte hier in der warmen Hütte mit einem Stapel aus fünf Goldmünzen neben mir. Über deren Herkunft zu grübeln ist mir jetzt aber zu anstrengend, ich werde die anderen morgen einfach danach fragen. Zusammen mit der Frage, wie unser weiteres Vorgehen ist. Denn auch wenn der Grenzwald nicht riesig ist, macht der Schnee ein angemessenes Vorankommen unmöglich. Es könnte daher gut sein, dass wir in dem Wald sogar übernachten oder zumindest uns zwischendurch aufwärmen müssen. Ich bin mal gespannt was die anderen dazu sagen.

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24. Sarenith – Mondtag (Enya)
Räuberlager gesichert, aber Dampski tot

Unsere Suche nach der Adeligen ist immer noch nicht von Erfolg gekrönt. Als wir heute diese Jagdhütte entdeckt hatten, dachte ich erst, wir hätten es geschafft, aber die Fußspuren gehen hinter der Brücke noch weiter. Aber das werden wir erst morgen in Angriff nehmen können, da ein Mephit als Brückenwächter – Ulok hat ihm den ziemlich treffenden Spitznamen „Wischmop“ gegeben – vorher uns, und im speziellen Ulok und seinem Purzel, übel zugesetzt hat. Bleviar hatte sich da doch bequemt seinen Schönheitsschlaf zu unterbrechen, sonst wäre der Kampf sicher tödlich für unseren Halb-Ork ausgegangen. Von daher werde ich ihm wohl verzeihen müssen, dass er sich nach dem Essen ganz schnell aus dem Staub gemacht hat und alle Arbeiten uns anderen überlassen hat.

Diese Jagdhütte, in der wir heute übernachten, gehörte übrigens tatsächlich den Räubern vom Karawanenüberfall der Adeligen. Wir haben unterwegs drei Räuber getroffen, die uns ein bisschen was zu ihrer Truppe, ihrem Unterschlupf und dem Überfall erzählen konnten (Nachdem wir ihnen klarmachen konnten, dass wir nicht die taldoranische Armee sind und nicht hinter ihnen persönlich her sind). Neben den Räubern haben wir unterwegs leider auch den toten Dampski gefunden. Wenn wir zurück sind in Heldren, muss ich daher Ionnia Teppen bitten eine dauerhafte Bleibe für die beiden Kleinen zu finden.

Die restliche Räuberbande war leider nicht so gesprächig. Wir hatten lange … Okay, SEHR lange darüber debattiert, wie wir am besten vorgehen sollen. Wir haben uns sogar die Zeit genommen in Ruhe Orillus die Hütte ausspähen zu lassen. (Orillus war so nett uns zu begleiten, damit wir jemanden dabeihaben der Fallen, wie die an der Kiste, entschärfen kann). Keiner von uns wollte die Möglichkeit vertun auf friedliche Weise die Adelige zu retten. Nachdem aber die Räuber direkt das Feuer eröffnet haben als sich Ulok und Bleviar der Jagdhütte näherten, sahen wir uns gezwungen die Räuber schnell zu überwältigen. Es haben auch alle überlebt, bis auf die, die vom ihrem eigenem Anführer – ein Nekromant mit Namen Rohkar – später getötet wurden (nur um gleich wieder als Untote gegen uns geschickt zu werden).

Neben einem Nekromanten hielt die Jagdhütte aber noch weitere Überraschungen für uns bereit. So waren im Obergeschoß zwei blau leuchtende Skelette, wie mir Lydia erzählt hatte, die vor allem durch ihre Kältemagie ihr und den anderen stark zugesetzt hatte. Direkt daneben in dem Vorratsraum wurde eine dieser eisberührten Feen gefangen gehalten. Viel zu erfahren gab es bei ihr aber nicht. Schlimmer ist, dass ich Ulok nur knapp davon abhalten konnte sie zu befreien! Und da zumindest ich mich nicht traue mich nochmal Ulok in den Weg zu stellen bei seinem Bestreben sie zu befreien, wird sie wohl morgen freikommen. Denn der einzige, der Ulok aufhalten könnte, ist Bleviar, und der tut nichts dergleichen.

Besonders interessant fand ich aber eine Karte an der Wand, die den Teil des Grenzwaldes zu zeigen scheint, der von dem Wintereinbruch betroffen ist. Inklusive einer gestrichelten Markierung, die mit den Fußspuren übereinstimmt, denen wir bisher gefolgt sind. Demnach wartet laut Karte noch eine lange Strecke auf uns, bis wir hoffentlich die Adelige finden und retten können.

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25. Sarenith – Mühtag (Enya)
Böse Weihnachtsbäume und Puppen

Nach dem Frühstück fiel uns ein, dass Orillus eine Falltür unter dem Bärenfell entdeckt hatte. Und zu unserer Überraschung wurde dort die Adelige gefangen gehalten! Wobei ich insgeheim froh bin, dass wir sie erst heute befreit haben, da ich ungern mir diese Diva schon gestern angehört hätte. Aber da die Adelige nun doch hier in der Jagdhütte war, wohin führen dann die Fußspuren und die Karte? Wir beschlossen, dass nur Orillus die Adelige und Zehnpfennig sicher nach Heldren begleiten soll, während wir versuchen wollten das Geheimnis der Karte zu lüften. Da die Markierung ins Zentrum des Kältekreises führt, könnten wir vielleicht sogar den Winter aufhalten.

Wir überquerten daher die nun unbewachte Brücke und drangen tiefer in den Wald hinein. Auf einer Lichtung warteten drei dieser blau leuchteten Skelette auf uns, die aber für unseren blau schimmernden Purzel (sah der auch gestern schon so aus?) kein Hindernis darstellten. Bleviar war der Ansicht, dass die Skelette irgendwas bewacht haben mussten. Ich glaube zwar, sie sollten uns einfach nur aufhalten – wer auch immer hat durch den Wischmop und die von Ulok befreite Fee (ich wusste, Bleviar würde ihn nicht aufhalten) garantiert genug Informationen über uns erhalten -, aber natürlich half ich gerne eine halbe Stunde sinnlos im Schnee zu buddeln.

Als wir dann endlich (natürlich ohne etwas gefunden zu haben) weitergezogen sind, kamen wir zu einem Gebirgspfad, der übersäht war mit Spuren eines Kampfes. Und tatsächlich haben wir in einem Gebüsch die Überreste von Dreidenkäp gefunden. Ich brauchte gar nicht erst auf das Ergebnis der Spurenuntersuchung von Lydia zu warten, ich wusste auch so, dass der Jäger sich trotz meiner Warnung erneut mit dem Wiesel angelegt und nun endgültig verloren hatte. Da wir nichts mehr für ihn tun konnten, zogen wir weiter.

Ein gutes Stück des Weges gelangten wir an eine vom Schnee befreite Fläche mit ganz vielen „Maulwurfshügeln“. Diese beinhalteten die Setzlinge einer Art „ganz bösem Weihnachtsbaum“, wie sich Lydia ausdrückte, die uns auch zugleich angriffen, um uns als Dünger verwenden zu wollen. Sie stellten aber soweit erstmal keine Gefahr dar und ohne Dünger hätten wir noch genug Zeit uns auch noch später um die Setzlinge zu kümmern.

Den Spuren folgend gelangten wir zu einer von einem Hirsch ausgelösten Bärenfalle. Mir kam der weiße Elch in den Sinn, aber da wir uns eh nicht einig waren, was wir mit ihm hätten anstellen sollen, ließen wir die Spuren links liegen. Purzel hatte noch zwei Bärenfallen, die vermutlich für uns ausgelegt worden waren, gefunden, sonst wartete hier aber nichts mehr auf uns.

Wir gelangten nun auf eine deutlich größere Lichtung, die zudem übersäht war mit Eisblöcken verschiedenster Größen. Ein kleines, verängstigtes Mädchen, das sich später als Spukerscheinung herausstellen sollte, versteckte sich hinter den Eisblöcken und hielt uns augenscheinlich für jemand anderes. Während Ulok und Bleviar eine Hütte mit einer Puppe untersuchten, die sich auf einem aufgeschütteten Hügel befand, versuchte ich mehr von dem Mädchen zu erfahren. Das Mädchen sagte was von „Ich will nach Hause“ und „Ich will Eure blöde Puppe nicht“. Ich erinnerte mich an die Erzählungen von Yuln Oerstag, dass Irrisens Grenzen von sogenannten Wächterpuppen bewacht werden und jetzt die Zeit wäre, wo Baba Jaggas neue Tochter an die Macht kommen soll. Vielleicht gehört die Spukerscheinung zu dieser neuen Tochter? Aber was machte dieser Puppenwächter hier in der Gegend?

Da die Puppe aber harmlos erschien, wollten wir nachsehen was als nächstes kam, aber dann passierte mehreres auf einmal: Ulok löste eine Art Sprengfalle aus, und Bleviar schien die Puppe geweckt bekommen zu haben. Es folgte ein heftiger Kampf, der uns die letzten Reserven kostete, dann war der Spuk vorüber. Wir entschieden uns hier in der Jagdhütte erstmal zu erholen und erst morgen zu sehen, wohin die Spuren wohl führen.

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26. Sarenith - Wohltag & 27. Sarenith - Schwurtag (Enya)
Wilder Wiesel und lange Märsche

Was für ein Marathon. Wir wollten eigentlich uns ansehen was am Ende der Spuren auf uns wartet, aber in der Nähe der Bärenfallen von gestern lauerte uns das Biest von Dreidenkäp auf und riss Bleviar fast in Stücke. Ans Weitergehen war also nicht mehr zu denken. (Wenn ich so drüber nachdenke, ein Wunder, dass Dreidenkäp das erste Mal überhaupt mit dem Leben davonkam.) Und da wir eh mal nachsehen sollten, ob die Adelige auch heile in Heldren angekommen war, beschlossen wir so schnell es geht nach Heldren zu reisen.
Wir sind also zurück zur Jagdhütte, wo ich mir Bleviars Wunden genauer ansehen konnte. Leider konnte ich nicht viel für ihn tun außer ihm frische Verbände anlegen. Daher haben wir nur alles zusammengepackt und sind samt Pferden los Richtung der Stelle mit dem Überfall. Dort noch eben die Kutsche flottgemacht und ab nach Hause. Leider war der Trip für ein Pferd Zuviel: Als wir endlich Heldren erreichten, ist es zusammengebrochen. Bleviar und Ulok sind unbekümmert direkt weiter Richtung Taverne marschiert. Lydia und ich kümmerten uns aber um die restlichen zwei Pferde und ich lud sie ein bei uns zuhause zu Übernachten. Nur Samu freute sich (wenigstens ist das Pferd nicht völlig umsonst gestorben).
Heute Morgen habe ich dann Ionnia aufgesucht und wir haben uns gegenseitig auf den neusten Stand gebracht. Die Adelige ist heile angekommen und ist nach einer Rast weiter Richtung zuhause geritten. Zehnpfennig ist ebenfalls direkt weitergezogen auf der Suche nach ehrlicher Arbeit, wobei ich ihr diesbezüglich nicht ganz glaube. Am Ende hat uns Ionnia gebeten nicht aufzugeben und weiter zu versuchen den Winter aufzuhalten. Die Karte zeigt eindeutig, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Nach dem Gespräch habe ich Yuln Oerstag aufgesucht und ihm sein Schwert wiedergebracht. Es konnte zwar keiner von uns damit umgehen konnte, aber zum Glück haben wir andere Mittel und Wege gefunden die Feen zu bekämpfen. Nichtsdestotrotz war es ein gutes Gefühl es dabei gehabt zu haben.
Den restlichen Tag haben wir damit verbracht unsere Vorräte aufzustocken, uns auf einen langen Marsch in der Kälte vorzubereiten, und hierhin in die Jagdhütte zurück zu gelangen. Was aber schon anstrengend genug war. Morgen dürften wir aber alle fit gut sein (Bleviar ist wieder vollständig genesen) und dann geht es weiter den Spuren nach.

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28. Sarenith – Feuertag (Enya)
Schwarzer Reiter der Mittnacht und eine Queste

Das war heute mal ein sehr einprägsames Erlebnis. Ich hätte nicht gedacht einen der drei Reiter von Baba Yagga mal persönlich zu treffen. Und noch weniger, dass ich mich auf seine und damit Baba Yaggas Seite stellen würde. Das was er zu erzählen hatte, änderte das aber schnell:
Baba Yagga wird vermisst. Eigentlich sollte sie schon längst gekommen sein, um die aktuelle Herrscherin Elwana abzusetzen und eine neue Tochter der Jadwiga auf den Thron zu setzen. Stattdessen hat Elwana dafür gesorgt, dass alle getötet wurden, die Baba Yagga treu ergeben waren. Das kam wohl so überraschend, dass selbst ihre drei Herolde Opfer ihres Verrats wurden. Nur der schwarze Ritter der Mittnacht hat es bis hierhin geschafft auf der Suche nach Hilfe. Tödlich verwundet ritt er durch das Eisportal, dass wir am Ende der Spuren gefunden haben. Baba Yagga mag zwar nicht gerade die netteste sein, aber sie hat im Gegensatz zu Elwana nicht vor ganz Golarion zu erobern. Daher fiel es uns leicht ihm das Versprechen zu geben Baba Yagga zu suchen.
Bevor er mit dem letzten Rest seiner schnell schwindenden Lebenskraft zwei magische Schlüssel aktivierte, hat er uns noch verraten können, wie wir am besten vorgehen sollen: Wir müssen durch das Portal nach Irrisen und dann dort weiter Richtung Weißthron. Das Portal in Heldren kann zwar vor Ort im fahlen Turm ruhig geschlossen werden, aber es wäre ein hoffnungsloses Unterfangen alle Portale schließen zu wollen. Dafür sind es einfach schon zu viele. Stattdessen sollen wir so schnell wie möglich (und in der Tat habe ich das Bedürfnis trotz des Schlafes, den ich dringend brauche, sofort durch das Portal zu gehen) Baba Yagga suchen. Ihre tanzende Hütte sollte uns dabei eine große Hilfe sein. Diese intelligente Behausung weiß immer, wo sich Baba Yagga aufhält, und mit dem richtigen Schlüssel, kann sie uns direkt zu ihr bringen. Leider wurden die zahlreichen Schlüssel (jeder führt zu einem anderen Ort) von Elwana deaktiviert. Und die tanzende Hütte selbst wird in Weißthron festgehalten und öffentlich zur Schau gestellt.
Das alles hört sich nach einem hoffnungslosem Unterfangen an, aber irgendwie hat es der Herold geschafft uns mit gehörigem Tatendrang zu erfüllen. Außerdem haben wir neben den zwei bereits wieder aktivierten Schlüsseln (eine Seuchenmaske und Haarschopf eines Riesen) seinen Mantel erhalten, der uns seine Worte nach „Tore und Wege öffnen soll“.
Wir müssen uns trotz der erst frisch erhalten Queste darauf einstellen, dass wir bereits erwartet werden, da eine der Portalwachen durch das Portal fliehen konnte. Den Wischmop haben wir unterwegs zwar wiedergetroffen und getötet, aber die befreite Fee war bei unseren Feinden am Portal auch nicht dabei.

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29. Sarenith – Sterntag & 30. Sarenith – Sonntag (Enya)

Wir sind gestern Morgen mit so viel Proviant wie es ging durch das Portal getreten und fanden uns wie vermutet in Irrisen wieder. Und es war kalt. Bitterkalt. Und als wäre das noch nicht genug, zog auch noch ein Schneesturm auf. Wir folgten Lydia auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf über eine Schneeverwehung, da sahen wir eine Gruppe Einheimischer mit einem Rieseninsekt kämpfen. Leider starben zwei bevor wir dem Insekt den Garaus machen konnten. Die geretteten stellten sich als Nadya Petska, eine Händlerin aus dem nahem Dorf Waldsby, und ihre beiden verbliebenden Leibwächter Birgar Dreska und Stärk Radjevic vor. Sie führten uns zu einem Felsvorsprung, wo wir es uns bequem machten, um den Sturm abzuwarten.
Während wir uns am Lagerfeuer wärmten und den fertigen Eintopf verteilten, betrat eine Art Frostdryade das Lager. Nadya und ihre Begleitungen wirkten sofort stark angespannt, sagten aber nichts. Da Bleviar uns geraten hat in Irrisen dringend immer und überall höflich zu bleiben, lud ich sie in unser Lager ein und reichte ihr etwas zu essen. Sie stellte sich als Mierul Ardelain vor, eine durch Irrisen wandernde Bardin. Sie setze sich etwas abseits und unterhielt Bleviar und Ulok mit Gesang und Geschichten. Bis Nadya plötzlich eilig rüber lief und das vierer Grüppchen irgendwas besprach, woraufhin sich Nirul für die Einladung bedankte und wieder im Wald verschwand. Nach diesem Besuch war keinem von uns mehr nach Reden zumute und wir gingen zeitig schlafen. Der Sturm würde eh noch andauern und dann könnten wir am nächsten Tag wenigstens früh aufbrechen.
Heute Morgen haben wir daher früh unser Lager abgerissen und Nadyas Einladung angenommen, erstmal zu ihr nach Hause zu kommen. Unterwegs erspähte plötzlich Nadya einen rasch näherkommenden Schwarm Krähen am Horizont, der nichts Gutes bedeuten sollte. Eilig wurde eine Plane über die Hundeschlitten gespannt, wo drunter wir uns versteckten. Entsetzt stellt ich fest, dass ein Teil meiner Haare noch unter der Plane hervorlugte. Ich wollte sie gerade mit unter die Plane ziehen, aber es war schon zu spät. Die Krähen stürzten auf uns herab, zerpickten die Plane mit ihren scharfen Schnäbeln und versuchten uns die Augen auszukratzen. Es gab ein Durcheinander aus Federn, Pfeilen und Feuer, aber am Ende blieb kein Vogel mehr übrig. Nur Lydia und Samu hatte es ernsthafter erwischt. Ihre Augen waren so zerkratzt und zugeschwollen, dass sie nichts mehr sehen konnten. Nadya und ich untersuchten die Beiden kurz und kamen überein, dass die Schwellung noch zwei bis drei Tage bleiben, aber ihr Augenlicht wahrscheinlich zurückkehren wird.
Nachdem wir den Augen Erste Hilfe haben zukommen lassen, zogen wir schnell weiter Richtung Dorf, um uns in Ruhe (und im Warmen) ordentlich um die Verletzungen kümmern zu können. Wir erreichten Waldsby unter den Blicken einiger misstrauischer Blicke, aber man ließ uns soweit in Ruhe.
Die Wunden von Lydia und Samu sind jetzt gut versorgt. Morgen werden wir denke ich mehr zu der Schwere der Verletzung sagen können. Und vielleicht finden wir auch ein wenig Ruhe um Waldsby näher kennenzulernen.

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31. Sarenith – Mondtag
Tavernenbesuch mit Folgen

Lydia hat sich zum Glück gut von den Wunden erholt, denn freiwillig sitzen wir gerade nicht hier in der eisigen Kälte der Nacht. Bleviar hatte eine unschöne Begegnung in der örtlichen Taverne, woraufhin wir offiziell lieber schnell abgereist sind. Um unsere Reise morgen aber gut ausgeruht antreten zu können, wollen wir zurück zu Nadya und dort nächtigen. Jetzt warten wir auf eine gute Gelegenheit um zurückzukehren. Ich bin gespannt.

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